Streichholz-Motive
Michael Smidt malte ab etwa 1970 vielfältige Variationen von Streichhölzern und setzte damit auf ein Motiv, das man rasch mit ihm verband. Mit besonderer Präzision und in altmeisterlicher Malweise näherte er sich diesem Objekt, das als Symbol tief in archaischen und kollektiven Bedeutungen verwurzelt ist. Ein Streichholz kann Licht spenden oder Feuer verursachen und ist damit Spiegel der Dualität von Schöpfung und Zerstörung. Es kann für die Geburt einer Idee, ein plötzliches Erwachen, oder für das Potenzial zur Entzündung stehen, das sich beispielsweise in einer neuen Leidenschaft, Erkenntnis oder in einem Projekt äußert. Zugleich vermag es auch ein Warnsignal dafür sein, dass der Funke irgendwann erlöschen kann und es nötig ist, diesen zu nähren. Als Repräsentant der inneren Glut eines Menschen, von Leidenschaft, Kreativität und dem Wunsch nach Veränderung, steht es jedoch für eine besondere Kraft, die im besten Fall neue Perspektiven eröffnet. Auch für Michael Smidt bereitete sie einen neuen Weg. – Das Streichholz wurde ab den 1970er-Jahren zu seinem Markenzeichen. Heute würde man in diesem Zusammenhang wohl von einem gezielten Markenaufbau sprechen.
- Flachzünder, 1970 (Privatbesitz, Scan aus Katalog)
- Abgebranntes auf Rot, 1973 (Privatbesitz, Scan aus Katalog)
- Streichholz mit Scharnier 1, 1973 (Privatbesitz, Scan aus Katalog)
- Mystisches Streichholz, 1974
- Zerstört und abgebrannt, 1976
- Das Wrack, 1983
- Streichhölzer als Markenzeichen am Fensterbrett im Eingang zur Künstlerresidenz







