Skip to content
Einladungskarte zur Vernissage von Michael Smidt, November 2008

Einladungskarte zur Vernissage von Michael Smidt, November 2008

Frühe Werke

Vorbilder und Wegweiser

Michael Smidt wandte sich bereits in sehr jungen Jahren der Kunst zu. Sie wurde ihm sprichwörtlich in die Wiege gelegt: Seine Großeltern waren im Besitz einiger bedeutender Werke Alter Meister und schon als Kleinkind liebte er das Zeichnen. Mit 17 begann Michael Smidt das Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien, das er als 22-Jähriger abschloss. Seine künstlerische Entwicklung sollte später von der Vielfalt der zeitgenössischen, neu aufkommenden Strömungen und zugleich von den Entfaltungsmöglichkeiten der Zeit profitieren.

Anfänglich waren es jedoch vor allem Werke von Künstlern der klassischen Moderne, die auf seine Arbeit ausstrahlten, darunter Vertreter des Kubismus und Expressionismus, wie Braque, Picasso, Matisse, Nolde, Macke, Münter und Marc, oder Vertreter des Fauvismus, wie etwa Maurice de Vlaminck, von dem auch sein Großvater ein Werk besaß, oder aber der von ihm besonders verehrte Albert Marquet. Mit Giorgio Morandi, dessen Bilder er ebenso schätzte, wurde er später persönlich bekannt. Michael Smidt war aber auch ein Bewunderer von Gemälden Alter Meister, darunter Vermeer, Caravaggio und Artemisia Gentileschi, und er setzte sich intensiv mit der Kunstgeschichte und -theorie aller Epochen auseinander.

August Macke, Porträt der Frau des Künstlers mit Hut, 1909, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster
August Macke, Porträt der Frau des Künstlers mit Hut, 1909, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

Anfänge und Studienjahre (1958–1969)

Insbesondere die frühen Werke von Michael Smidt sind von einer besonderen Experimentierfreude und dem Oszillieren zwischen unterschiedlichen Stilen und Techniken charakterisiert. Sie wechseln zwischen Aquarell, Bleistift-, Kohle-, und Tuschezeichnungen, Gouachen und Ölmalerei. Immer wieder findet man in dieser Zeit sowohl Anlehnungen an Vertrautes, aber auch unerwartete Fusionen. Es ist ein stetes Ausprobieren und Austesten zu erkennen – auf der Suche nach dem individuellen Ausdruck und dem eigenen Stil.

„Beachtenswert ist das Debüt, das Michael Smidt in der Galerie der Zentralbuchhandlung begeht. Der junge Maler sucht zwischen sich und dem, was er im Bereich der Kunst an Anregungen heute vorfindet, einen eigenen Weg in der Auseinandersetzung vor allem in der Landschaft, die er kürzelartig verschlüsselt ins Bild bringt. Freilich werden diese Arbeiten als Durchgangsstadium verstanden werden müssen; aber der Ernst, mit dem Smidt sichtlich an der Arbeit ist, lässt hoffen.“

Die Presse, 13.11.1968