Surrealismus
Es hatte sich bereits in der Zeit davor angekündigt – mit den Jahren 1969/70 kehrte endgültig der Surrealismus in Michael Smidts Werke ein, gepaart mit einer fotorealistischen Malweise. Der Wandel zu einem anderen Stil ging mit einer oftmals grotesken Betitelung einher, die den Betrachter zusätzlich zum Schmunzeln anregen mag. Das Ziel dahinter? Bekanntes zu hinterfragen, gewohnte Seh- und Wahrnehmungsmuster auf den Kopf zu stellen und die Realität mit der Illusion in Verbindung zu setzen. Man fühlt sich an die Kompositionen eines René Magritte erinnert, den großen belgischen Maler des Surrealismus, betrachtet man Michael Smidts Gemälde dieser Schaffensphase.
Der Apfel fällt sehr oft vom Stamm …
Neben dem immer wieder dargestellten Motiv des Streichholzes ziehen sich ab diesem Zeitpunkt auch andere Bildsujets wie ein roter Faden durch das Repertoire des Künstlers. Man begegnet häufig der Violine oder dem Klavier, manchmal auch nur der losgelösten oder in einen anderen Kontext gebrachten Klaviatur. Auch der Wald spielt für ihn ab nun für viele Jahrzehnte eine bedeutende Rolle. Oftmals sind die kahlen Baumstämme, deren Kronen nicht zu sehen sind, mit einem Boden in Schachbrettmuster kombiniert, wie etwa in dem Gemälde „Wohnlicher Wald“ (1972), das er in den 1980er- und 1990er-Jahren mehrfach variiert und 2016 in dem Gemälde „Wölkchen im Wald“ nochmals aufgreift.
Vor allem der Apfel ist mehrere Jahre hindurch ein wiederkehrendes Objekt in Michael Smidts Bildern. Ob „Eva und der Apfel“ (1973), „Mein Reiseapfel“ (1973), „Apfel mit Notenblatt“ (1976) – Äpfel in unzähligen Abwandlungen, von Apfelbutzen, angebissenen und angeschnittenen Äpfeln, über schwebende Äpfel bis hin zu Varianten der Sorte Granny Smith – sie wirken so real, dass man als Betrachter zugreifen möchte, und gemahnen dennoch daran, dass es sich lediglich um ein Abbild davon handelt. Auch das bringt ihn in die Nähe von René Magritte und dessen Ansatz, herauszustreichen, dass das Bild eines Gegenstands am Ende eben doch nur ein Bild ist.
- Mein Reiseapfel 1, 1971
- Eine nicht allzu romantische Landschaft, 1972
- Spaziergang mit Bach, 1972
- Wienerwald, 1973
- 1975
- Die Überraschung, 1978
- Stimmungsvoll, 1980
- Martini, 1984








